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Deutschland verzichtet auf zentralisierte COVID-19-Datenspeicherung für die Anwendung zur Ermittlung von Kontaktpersonen

Die deutsche Regierung überdenkt ihren Ansatz zur Durchführung von Tests zur Ermittlung von Kontaktpersonen für COVID-19-Patienten.

Kanzleramtsminister Helge Braun und Gesundheitsminister Jens Spahn sagten der „Welt am Sonntag“, die Regierung werde einen dezentralen Ansatz verfolgen, der von Experten aus dem ganzen Land empfohlen worden sei. [Reuters]

Apps wie Bitcoin Evolution können hilfreich sein

Probleme mit der COVID-19-Datenerfassung

Deutschland hatte kürzlich das Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing (PEPP-PT)-Projekt unterstützt, eine Initiative, die eine App zur Ermittlung pandemischer Kontakte mit zentralisierten Prozessen schaffen will. Mehrere Experten von Bitcoin Evolution hatten die Bemühungen wegen mangelnder Transparenz und Datenschutzbedenken bemängelt.

Die Regierung scheint jedoch eine Kehrtwende vollzogen zu haben und bewegt sich nun in Richtung einer dezentralisierten Architektur, die im Gegensatz zu zentralisierten Prozessen zur Vertrauensbildung in der Öffentlichkeit beitragen soll.

In den letzten Wochen hat die Kontaktverfolgung als Testmechanismus nur sporadisch zugenommen, da die Länder Mühe haben, die Tests zu beschleunigen. Das heißt, viele dieser Länder haben auf die Verwendung von Tracing-Apps zurückgegriffen.

Die digitale Kontaktverfolgung ist ein unerprobtes und umstrittenes Unterfangen. Das Verfahren funktioniert, indem es die Nähe und Dauer der Kontakte zwischen Menschen bewertet. Sobald eine Person positiv getestet wird, benachrichtigt die App alle Personen, mit denen sie in letzter Zeit Kontakt hatte, sich sofort selbst zu isolieren und einen Arzt zu rufen.

Wie Reuters erklärte, haben sich die meisten europäischen Länder dafür entschieden, den digitalen Nahbereichshandshake zwischen Smartphones zu nutzen. Sie unterscheiden sich jedoch auch darin, ob sie diese Kontakte auf digitalen Servern protokollieren oder sie auf einzelnen Geräten belassen.

Google und Apple raten von zentralisierter Datensammlung ab

Apple und Google arbeiten auch daran, die COVID-19 App-Tracing-Initiativen auf globaler Ebene zu unterstützen. Beide Firmen haben versucht, den Rückverfolgungsprozess durch die Entwicklung einer gemeinsamen API zu vereinheitlichen, auf der Regierungen und Gesundheitsbehörden ihre Anwendungen aufbauen können.

Die bahnbrechende Zusammenarbeit ermöglicht zwar die Kommunikation zwischen Android- und iOS-Telefonen, beschränkt jedoch die Datenmenge, auf die Gesundheitsbehörden zugreifen können. Dies war entmutigend für Nationen, die Apps zur Kontaktverfolgung mit zentralisierten Datenerfassungsprozessen entwickeln.

Während Deutschland die dezentralisierte Rückverfolgungsmethode unterstützt, sind mehrere andere europäische Nationen noch immer in einer Sackgasse mit den beiden Technikgiganten gefangen. Frankreich zum Beispiel hat die Technologieriesen aufgefordert, den Schutz seiner Privatsphäre zu schwächen, damit es mehr Leben retten kann.

Das Vereinigte Königreich entwickelt auch eine App zur Ermittlung von Kontaktpersonen, die mehr Daten sammeln könnte, als Google und Apple zufrieden sind. In einem kürzlich erschienenen Blog-Beitrag sagte NHSX, ein Zweig des National Health Service (NHS), der die App entwickelt, dass künftige Versionen der App es den Nutzern ermöglichen würden, der Regierung mehr Informationen über sich selbst zur Verfügung zu stellen.